Das Bewerbungsfoto

Bewerbungsfoto

Wer denkt, ein einfaches Passbild reicht als Bewerbungsfoto aus, liegt weit daneben. Ein Bewerbungsfoto dient nicht ausschliesslich der Identifikation, sondern vielmehr der Präsentation. Mit ein paar kleinen Tipps können Sie Fauxpas vermeiden und Ihrer Bewerbung mehr Ausdruck verleihen. So hinterlassen Sie bei Ihrem womöglich zukünftigen Arbeitgeber einen positiven ersten Eindruck. Erfahren Sie, weshalb ein schönes Lächeln nicht ausreicht und weshalb der Gang zu einem Fotografen für ein gutes Bild fast immer ein klares Muss ist.

Allgemeine Regeln rund ums Bewerbungsbild

Zwei allgemeine Regeln gelten für jedes Bewerbungsbild:

Die Aktualität des Bewerbungsfotos

Das Bewerbungsfoto sollte maximal ein Jahr alt sein. Erhalten Sie eine Einladung zum Vorstellungsgespräch und Ihr Aussehen entspricht nicht dem Bewerbungsfoto, sorgt das schnell für Verwirrung. Ausserdem kann so der Eindruck entstehen, dass Sie sich bei der Erstellung Ihrer Bewerbung nicht die nötige Mühe gegeben haben. Jegliche negativen Eindrücke seitens des Personalers sollten jedoch auf jeden Fall vermieden werden.

Die Qualität des Bewerbungsfotos

Für ein qualitativ hochwertiges Bewerbungsbild ist eine Kamera mit guter Auflösung sowie die richtige Auslichtung des Bildes unerlässlich. Die nötige Expertise dafür haben professionelle Fotografen. Durch ihre Erfahrung haben Fotografen ein geschultes Auge dafür, welche Körperhaltung, welcher Gesichtsausdruck und welcher Winkel besonders gut aussehen. Darüber hinaus können sie kreative Ideen einbringen, um Ihrem Bewerbungsfoto das besondere Etwas zu verpassen.

Sie sollten Sie sich Ihre neuen Bewerbungsfotos vor Ort anschauen und gegebenenfalls Kritik äussern. Es geht schliesslich darum, dass das Foto Ihrer Persönlichkeit entspricht und einen gezielten Eindruck vermittelt. Das können Sie selbst am besten beurteilen.

Tipps für das perfekte Bewerbungsfoto

Ein perfektes Bewerbungsfoto bedarf einer gründlichen Vorbereitung, damit im entscheidenden Moment alles passt. Was Sie im Vorfeld und während des Shootings beachten sollten, haben wir hier für Sie zusammengefasst:

Die richtige Kleidung für Bewerbungsbilder

Bei der Vorbereitung für das Bewerbungsfoto-Shooting steht eine Frage ganz weit oben: Was ziehe ich an? Im Allgemeinen gilt für Bewerbungsfotos: Die Kleidung sollte schlicht und elegant gewählt werden. Wie schick Sie sich kleiden sollten, ist jedoch von Branche und Beruf abhängig.

In konservativen Berufen mit Kundenkontakt wie im Bank- oder Versicherungswesen sind Hemd, Anzug und gegebenenfalls Krawatte für Männer Pflicht. Frauen sollten ebenfalls zu Bluse, Hosenanzug oder Kostüm greifen. Farblich sollte die Kleidung unauffällig gewählt werden. Schwarze Kleidung wird im Normalfall nicht empfohlen, dafür sind Dunkelblau und Grau immer eine gute Wahl. Verzichten Sie unbedingt auf auffällige Muster!

In weniger konservativen Branchen und bei kreativeren Berufen sind die Möglichkeiten etwas vielfältiger. Ein einfaches Hemd oder eine Bluse können zielführend sein, teilweise ist ein gut sitzendes T-Shirt ebenfalls ausreichend. Die mögliche Farbpalette erweitert sich um Beige- und Bordeauxtöne. Knallige Farben und ausgefallene Muster sollten jedoch auch hier vermieden werden.

Bewerbungsfoto Kleidung

Das Styling für Bewerbungsbilder

Beim Styling ist sowohl bei Frauen als auch bei Männern ebenfalls Zurückhaltung gefragt.

  • Die Frisur: Die Haare sollten gepflegt und möglichst frisch gewaschen Auf aufwendige Frisuren ist zu verzichten. Lange Haare können sowohl offen als auch in einem Zopf getragen werden.
  • Der Schmuck: Dezenter Schmuck ist vollkommen in Ordnung. Als Faustregel sollten Sie jedoch nicht mehr als 2 Schmuckstücke Auffälliger Schmuck ist ein absolutes No-Go.
  • Das Make-up: Das Make-up sollte ebenfalls dezent gewählt werden. Alltagstaugliche Looks, die einen frischer und freundlicher aussehen lassen, sind zu empfehlen. Nehmen Sie jedoch Abstand von auffälligem Lippenstift und Lidschatten.

Wenn Sie sich bezüglich der Kleidung und des Stylings unsicher sind, schauen Sie sich den Internetauftritt des Unternehmens an. Welches Image vermittelt das Unternehmen? Kennen Sie vielleicht sogar jemanden, der bei diesem Unternehmen arbeitet? Verschaffen Sie sich einen Eindruck vom Dresscode.

Der Hintergrund des Bewerbungsfotos

Bewerbungfoto Beispielbild Hintergrund

Der klassische Hintergrund eines Bewerbungsfotos ist einfarbig in Weiss, Grau oder einem hellen Blau gehalten und unterstützt die Farbe der Kleidung. Besonders wichtig ist, dass der Hintergrund nicht den Blick vom Bewerber wegzieht. Der Hintergrund sollte demnach neutral, ruhig und ohne auffällige Muster sein.

Für moderne Bewerbungsfotos wird häufig ein speziellerer Hintergrund gewählt. (Glas-)Wände oder Mauern werden gerne verwendet, um dem Foto das gewisse Etwas zu verleihen.

Bewerbungsbild: Schwarz-Weiss oder in Farbe

Während schwarz-weisse Bewerbungsfotos zeitlos elegant sind und immer seriös wirken, sind Farbfotos häufig authentischer und wirken weniger hart. Etwas mehr Farbe bietet sich erneut für kreativere Berufe an.

Wenn Sie sich unsicher sind, welche farbliche Gestaltung am besten zu Ihren Unterlagen passt, können Sie beide Varianten vorbereiten und sie Freunden, der Familie oder Bekannten vorlegen. Diese haben häufig nochmal einen anderen Blick als man selbst.

Körperhaltung und Gesichtsausdruck auf dem Bewerbungsfoto

Die Körperhaltung auf einem Bewerbungsfoto ist kein einfaches Thema. Wie stelle ich mich am besten hin? Was mache ich mit meinen Armen? Vielen Menschen ist es unangenehm, vor der Kamera zu stehen und das wird auf Fotos schnell deutlich.

Die Haltung ist ein bedeutender Faktor für die Wirkung des Bewerbungsfotos. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie Sie sich auf einem Bewerbungsfoto positionieren können und was Sie mit Ihren Armen machen. Ein professioneller Fotograf wird in der Regel einige Posen mit Ihnen durchspielen und Ihnen dabei helfen, entspannter zu werden. Dadurch wirkt Ihr Bewerbungsfoto am Ende viel natürlicher.

Ebenfalls ein viel diskutiertes Thema ist der Gesichtsausdruck. Ihr Gesicht sollte so viel Natürlichkeit wie möglich aufweisen. Ein aufgesetzt wirkendes Lächeln kommt bei einem Personaler nicht gut an. Sie dürfen Zähne zeigen, ein leichtes Lächeln reicht jedoch häufig auch vollkommen aus. Wichtig ist, dass der Blick in die Kamera gerichtet ist, den Empfänger der Bewerbung also direkt anguckt.

Besonders bei Berufen, bei denen der direkte Kundenkontakt eine alltägliche Aufgabe ist, ist ein besonders freundlicher, offener Eindruck des Bewerbers sehr wichtig.

Beispiele für gelungene Bewerbungsfotos

Bewerbungsfoto Beispiel

Dieser Eindruck wird vermittelt:

  • Klassisch schwarz-weiss, klassisch im Anzug – gleichzeitig aufgelockert durch das Outdoor-Motiv
  • Köperhaltung ist offen – Arme nicht verschränkt, Hände offen zusammengefaltet
  • Freundliche und sympathische Mimik, ohne Zähne zu zeigen

Bewerbungsfoto Beispiel

So überzeugt dieses Bewerbungsfoto:

  • Freundliches, authentisches Lächeln
  • Körperhaltung ist vom Betrachter aus nach links gerichtet, wodurch sich das Foto sowohl für das Deckblatt als auch für den Lebenslauf eignet
  • Der Hintergrund ist leicht verschwommen, wodurch die Bewerberin deutlich im Fokus steht

Bewerbungsfoto Beispiel

So überzeugt dieser Bewerber:

  • Legere Körperhaltung, die allerdings gleichzeitig Souveränität ausstrahlt
  • Durch die Kleidung wird die Professionalität des Bewerbers unterstrichen
  • Der Hintergrund lockert das Bild etwas auf, da es kein schlichter Studio-Hintergrund ist und liefert dazu den passenden Office- bzw. „Geschäftsmann“-Eindruck

Bewerbungsfoto Beispielbild

So wirkt das Bild:

  • Bewerbungsfoto im klassischen Schwarz-Weiss
  • Durch den aufgehellten Teil des Hintergrunds strahlt die Bewerberin mit einer positiven Aura
  • Die Bewerberin ist nicht ganz zentral auf dem Bild, wodurch das Bewerbungsfoto etwas aufgelockert wird und nicht so steif wirkt

Bewerbungsfoto selbst machen?

Die Kosten für ein Bewerbungsfoto-Shooting variieren je nach Fotostudio, Anzahl der Bilder sowie Ort und Dauer des Shootings zwischen 20€ und 150€. Besonders bei höheren Kosten schrecken Bewerber oftmals zurück und überlegen, das Bewerbungsfoto selbst zu machen und somit Kosten zu sparen. Generell raten wir Ihnen definitiv, zu einem professionellen Fotografen zu gehen. Wenn Sie Ihr Glück dennoch selbst versuchen möchten, benötigen Sie folgende Dinge:

    • Hilfe durch eine zweite Person
    • Eine sehr gute Kamera (mit Blitzlicht und vernünftiger Auflösung)
    • Stativ und einen geraden, festen Boden
    • Für die Beleuchtung: Steh- und Deckenlampe, im Optimalfall Tageslichtlampen
    • Zeit und Geduld

Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, dass Sie ein professionell aussehendes Bewerbungsfoto allein hinbekommen, investieren Sie das Geld in einen Fotografen. Einfache Fotos sind schon für relativ wenig Geld erhältlich und es handelt sich um eine wichtige Investition für Ihre berufliche Zukunft.

Auf Urlaubsfotos oder Selfies sollten Sie in jedem Fall verzichten.

Bildrechte am Bewerbungsfoto

Die meisten Menschen gehen davon aus, dass sie mit Bildern, auf denen sie selbst zu sehen sind, machen können, was sie wollen. Das stimmt jedoch nicht ganz. Die Art des Bildes entscheidet darüber, in welchem Umfang die Nutzungsrechte des Bildes bei Ihnen selbst liegen.

Das Bewerbungsfoto ist ein für den erwerbswirtschaftlichen Zweck erstelltes Bild. Sie dürfen es folglich für Bewerbungen – egal, ob Print- oder Online-Bewerbung – nutzen. Einige Dinge beinhalten Ihre Bildrechte jedoch nicht:

  • Die Verwendung des Bildes in sozialen Netzwerken und Karrierenetzwerken
  • Die Nutzung auf Stellenportalen oder der eigenen Webseite (z. B. Bewerbungshomepage)
  • Der Gebrauch des Fotos auf der Webseite des (neuen) Arbeitgebers

Klären Sie im Vorfeld mit Ihrem Fotografen, für welche Zwecke Sie das Foto verwenden wollen und in welchem Umfang Sie die Bildrechte dafür übertragen bekommen können. So kann Ihnen im Nachhinein nichts passieren.

Achtung! Sie können davon ausgehen, dass der Fotograf Ihr Foto im Internet finden würde. Häufig hinterlegen Fotografen ihre Fotos mit einer kaum sichtbaren Art von Wasserzeichen. Somit sind diese Bilder mithilfe einer Suchmaschine sehr leicht auffindbar.

Anonyme Bewerbung: Bewerbung ohne Bewerbungsfoto

Bei der anonymen Bewerbung fällt das Foto als Haupterkennungsmerkmal weg. Übrig soll eine Bewerbung bleiben, die sich ausschliesslich auf die Qualifikationen und Fähigkeiten des Bewerbers bezieht und die grundlegenden Ansprüche eines Bewerbungsschreibens erfüllt. Spitzenreiter in puncto Bewerbung ohne Bewerbungsbild sind übrigens die USA. Personaler beurteilten besonders die fehlende Ablenkung durch subjektive Eindrücke als positiv.

Bei einer extremen Form der anonymisierten Bewerbung müssen ausserdem der Name, das Alter, die Herkunft und die persönlichen Interessen entfernt werden. Personaler sahen ein grosses Problem darin, dass zu viele Angaben im Lebenslauf unkenntlich gemacht werden müssen oder gar nicht eingefügt werden können. Der Grundwehrdienst war seinerzeit z.B. ein sicherer Hinweis auf das Geschlecht. Lässt man diesen jedoch aus, entsteht eine unschöne Lücke im Lebenslauf.

Bewerbungsfoto – ja oder nein?

Es ist grundsätzlich keine Pflicht, der Bewerbung ein Bewerbungsfoto hinzuzufügen, wir raten Ihnen jedoch dazu. Die Verwendung eines Bewerbungsfotos ist üblich und wird von vielen Personalern nach wie vor bevorzugt. Somit kann das Fehlen eines Bewerbungsbilds die Entscheidung eines Personalers unterbewusst negativ beeinflussen.

Vor- und Nachteile des Bewerbungsbilds

Vorteile

  • Ein Foto verleiht Ihrer Bewerbung mehr Ausdruck Ihrer Persönlichkeit
  • Personaler bekommen einen besseren Eindruck der Person, die sie im Bewerbungsschreiben anspricht

Nachteile

  • Kann den Fokus von den wesentlichen Qualifikationen des Bewerbers wegziehen
  • Unterbewusste Entscheidungstreffung des Personalers aufgrund des Aussehens

Bewerbungsfoto in der Bewerbungsmappe

In den vergangenen Jahren haben sich Bewerbungen stets verändert und bieten mittlerweile mehr Platz für Kreativität. Neben der klassischen Positionierung oben rechts auf dem Lebenslauf ist das Einfügen eines Bewerbungsbilds auf dem Deckblatt eine gängige Alternative.

Der Vorteil beim Deckblatt: Insbesondere grossformatige Bewerbungsfotos wirken auf dem Deckblatt besser als im Lebenslauf, da das Foto hier das zentrale Element bildet und den grössten Platz eingeräumt bekommt. Zusätzlich können Sie Ihr Deckblatt mit einem Mini-Kurzprofil anreichern, um den ersten optischen Eindruck mit passenden Kerninhalten (Ihre wichtigsten Fähigkeiten und Erfahrungen) abzurunden.

Im Lebenslauf sollte das Bewerbungsfoto in die obere rechte Ecke eingefügt werden. Empfehlenswert für die Pose auf Ihrem Bild ist, dass Sie in das Blatt „hineinschauen“. Bei der Positionierung auf der rechten Seite sollte Ihr Blick auf dem Foto dementsprechend nach links gehen.  So lenken Sie die Aufmerksamkeit des Lesers auf den Inhalt. Schliesslich liegt der Fokus der Bewerbung nicht auf dem äusseren Erscheinungsbild des Bewerbers, sondern auf seinen Qualifikationen.

Ob das Foto Quer- oder Hochformat hat und in welcher Grösse es in die Unterlagen eingefügt wird, bleibt Ihnen überlassen, feste Vorschriften gibt es dazu nicht.

Einige Unternehmen bevorzugen nach wie vor die Zusendung der Bewerbungsmappe auf postalischem Weg. Klären Sie im Vorfeld mit Ihrem Fotografen, ob Sie das Foto nur digital oder zusätzlich ausgedruckt erhalten. Für die postalische Bewerbung muss das Foto ausgedruckt werden. Wenn Sie das Foto selbst ausdrucken müssen, sind gängige Drogerieketten dafür eine gute Anlaufstelle. Der Druck auf normalem Papier mit dem heimischen Drucker sollte in den meisten Fällen vermieden werden. Wer jedoch mit speziellem Fotopapier und einem hochwertigen Drucker ausgestattet ist, kann sein Foto selbst ausdrucken.

Das Wichtigste im Überblick

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Die hier gezeigten Bewerbungsfotos wurden von unserem Partner PicturePeople angefertigt.

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